Abstracts / Zusammenfassungen

  • Skiba, R.: Nymphenfledermaus (Myotis alcathoe) bei Eschershausen / Niedersachsen

    Abstract

    First results of three years of bat carcass surveys under wind turbines in the district of Oder-Spree in East Brandenburg

    Alcathoe whiskered bat (Myotis alcathoe) finding in the vicinity of Eschershausen / Lower-Saxony

    A new species of bats, named Myotis alcathoe (Helversen & Heller, 2001), was found by von Helversen et al. (2001) in Greece and Hungary. Since that time Myotis alcathoe has been recorded by ultrasound detector or captured with nets in many European countries and in several German Bundesländer (Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt and Thüringen). The first finding of Myotis alcathoe recorded by ultrasound detector without net in Eschershausen (Lower-Saxony) shows, that this species is hunting for insects also outside woodlands in the vicinity of street lamps in settlements. It is recommended to look more intensively for Myotis alcathoe especially in the sub-mountainous regions of Lower-Saxony.

    Zusammenfassung

    Von Griechenland und Ungarn fanden von Helversen et al. (2001) eine neue Fledermausart, die als Nymphenfledermaus, Myotis alcathoe (Helversen & Heller, 2001), bezeichnet wurde. Seitdem ist die Nymphenfledermaus in zahlreichen europäischen Ländern und in einigen deutschen Bundesländern (Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) mit Ultraschallgeräten aufgenommen und / oder mit Netzen gefangen worden. Der erste Fund der Nymphenfledermaus in Eschershausen / Niedersachsen ohne Netzfang mit einem Ultraschalldetektor zeigt, dass diese Art auch außerhalb des Waldes an Lampen in der Nähe von Siedlungen nach Insekten jagt. Es wird empfohlen, besonders im Mittelgebirge von Niedersachsen häufiger nach der Nymphenfledermaus zu suchen.

  • Heise, G.: Arbeit mit Fledermauskästen – sinnvoll oder nicht?

    Abstract

    Working with bat boxes – are they a reasonable tool?

    The here presented experiences are based upon more than four decades of work with “forest bats” and on 37 years of work with bat boxes in the district of Prenzlau, northeast Brandenburg. The results disprove the major criticism on the use of bat boxes and allow the following statements.

    • More than 80 % of the local bat species use bat boxes. These boxes are therefore a useful device forfaunistic inventories.
    • Bat boxes enable to gain data on the reproductive biology of tree-dwelling bats which are otherwise difficult to obtain.
    • The use of bat boxes can be standardized.
    • The use of suitable bat boxes, which are used on a long-term scale and are systematically looked after, result in more precise information on colony size and population growth than other recommended methods.
    • Bat do not discriminate between natural or artificial roosts, but only between suitable and not suitable ones.
    • Bat boxes are well appropriate to compensate for the lack of natural roosts for several bat species and are therefore a valuable measure for species protection.
    • Bat boxes made of appropriate materials, accurately manufactured and installed, usually have a life-time of about 30 years when appropriately looked after and thus exceed by far the average life of tree holes.

    Nevertheless, not all “forest” bat species can be sustained by bat boxes since the presence of old and decaying trees are essential for a number of highly endangered organism. In order to favour the general protection of forest ecosystems, the protection of “biotope trees” and the discontinuation of use of large forest areas within working forests must be realized and not only planned! If the necessary financial findings are not available within a short period, the remaining matured stands, being ecologically very important, will be lost within a few years. From the point of view of bat protection, it is recommended to promote the protection of roost trees wherever possible, to choose them together with bat workers and foresters and to use suitable bat boxes as an additional protection measure when long-term supervision is possible.

    Zusammenfassung

    Den hier mitgeteilten Erfahrungen liegen reichlich vier Jahrzehnte Arbeit mit „Waldfledermäusen“ und 37-jährige Arbeiten mit Fledermauskästen im Altkreis Prenzlau, Nordostbrandenburg, zugrunde. Die ermittelten Ergebnisse widerlegen in den wesentlichen Punkten die Kritik am Fledermauskasteneinsatz und ermöglichen folgende Aussagen:

    • Mittels Fledermauskästen lassen sich über 80% der einheimischen Fledermausarten nachweisen. Die Kästen sind folglich ein gutes Hilfsmittel der Fledermausfaunistik.
    • Fledermauskästen ermöglichen es, wichtige Parameter der Reproduktionsbiologie baumhöhlenbewohnender und damit schwer zugänglicher Arten zu ermitteln.
    • Der Einsatz von Fledermauskästen ist standardisierbar.
    • Geeignete Kästen, langfristig eingesetzt und systematisch betreut, ermöglichen für bestimmte Arten wesentlich genauere Aussagen zu Koloniegrößenund zur Bestandsentwicklung als empfohlene Methoden.
    • Fledermäuse unterscheiden nicht zwischen natürlichen und künstlichen Quartieren, sondern nur zwischen geeigneten und ungeeigneten.
    • Fledermauskästen sind für mehrere Arten sehr gut dazu geeignet, den Mangel an natürlichen Quartieren auszugleichen und damit eine wirksame Artenschutzmaßnahme.
    • Fledermauskästen aus geeignetem Material, mit Sachverstand und Sorgfalt hergestellt und angebracht, haben bei angemessener Betreuung eine Nutzungsdauer von mindestens 30 Jahren und übertreffen damit die durchschnittliche Nutzungsdauer von Baumhöhlen beträchtlich.

    Gleichwohl kann nicht allen „Waldfledermausarten“ wirksam durch Kästen geholfen werden, und Alt- und Totholz sind für eine Vielzahl von hoch gefährdeten Organismengruppen unverzichtbar. Im Sinne eines umfassenden Waldnaturschutzes muss dringend der Erhalt von „Biotopbäumen“ und die Nutzungsauflassung angemessen großer Waldparzellen innerhalb der Wirtschaftswälder erreicht und nicht nur konzipiert werden! Stehen die hierfür erforderlichen finanziellen Mittel nicht kurzfristig zur Verfügung, werden vielerorts noch vorhandene, öko-logisch äußerst wertvolle Altholzreste in wenigen Jahren verschwunden sein. Allein aus Sicht des Fledermausschutzes kann nur empfohlen werden, den Erhalt von Quartierbäumen wo immer möglich zu fördern, diese im Idealfall gemeinsam durch Fledermausschützer und Forstleute auszuwählen, aber zumindest dort, wo eine langfristige Betreuung möglich ist, geeignete Fledermauskästen als zusätzliche Schutzmaßnahme einzusetzen.

  • Scheffler, I.: Die Ektoparasiten der Fledermäuse Europas – Teil 3

    Abstract

    The ectoparasites of the European bats – Part 3

    The present study provides a review of the published ectoparasitic species of European bats. For every bat species the community of the dominant parasiten and the quality of the host-parasite relation were summarized. Part 3 is concerned with the ectoparasites of the Geoffroy’s bat (Myotis emarginatus), of the Schreibers’ bat (Miniopterus schreibersii), of the Greater horseshoe bat (Rhinolophus ferrumequinum), of the Lesser horseshoe bat (Rhinolophus
    hipposideros), of the Mediterranean horseshoe bat (Rhinolophus euryale), of the Mehely’s horseshoe bat (Rhinolophus mehelyi) and of the Blasius horseshoe bat (Rhinolophus blasii).

    Zusammenfassung

    Die vorliegende Arbeit liefert eine Zusammenstellung der bisher bekannten Ektoparasitenarten europäischer Fledermausarten. Für jede Wirtsart wird das Artenspektrum der häufig vorkommenden Ektoparasiten angegeben und die Spezifität der Wirt-Parasit-Beziehung diskutiert. Teil 3 behandelt die Ektoparasiten der Wimperfledermaus (Myotis emarginatus), der Langflügelfledermaus (Miniopterus schreibersii), der Großen Hufeisennase (Rhinolophus ferrumequinum), der Kleinen Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros), der Mittelmeer-Hufeisennase (Rhinolophus euryale), der Mehely-Hufeisennase (Rhinolophus mehelyi) und der Blasius-Hufeisennase (Rhinolophus blasii).

  • Horn, J.: Zwei Nachweise von Fortpflanzungsgesellschaften der Teichfledermaus (Myotis dasycneme) und zur Quartiernutzung weiblicher und männlicher Individuen im deutsch-polnischen Nationalpark „Unteres Odertal“

    Abstract

    Two findings of reproductive colonies of the Pond bat (Myotis dasycneme) and informations on the use of roosts of females and males in the german-polish National Park „Lower Oder valley“

    In 2012 altogether 15 pond bats (Myotis dasycneme) were found in the National Park “Lower Oder valley”. These were adult males and females as well as juveniles of both sexes. Two tree roosts were used by several females in the polish part of the Park. In the National Park several new tree roosts were found which were used for mating. The foraging habitats were situated on the German as well as on the polish side of the Oder river and within the National Park. Over a period of 20 days male number 8 was found together with 6 females for mating (1 x 3 females, 3 x 1 female) as well in bat boxes as in tree roosts.

    Zusammenfassung

    Im Jahre 2012 gelang der Nachweis von insgesamt 15 Teichfledermäusen (Myotis dasycneme) im Nationalpark „Unteres Odertal“ (NPUO). Darunter befanden sich adulte männliche und weibliche sowie juvenile Individuen ebenfalls beiderlei Geschlechts. Zwei Baumquartiere wurden in der Fortpflanzungsperiode auf polnischem Gebiet von mehreren Weibchen über einen längeren Zeitraum genutzt. Im NPUO gelang der erneute Nachweis von mehreren Baumquartieren, die für Paarungsaktivitäten frequentiert wurden. Die Jagdgebiete der Teichfledermäuse befanden sich sowohl auf deutscher als auch auf polnischer Seite der Oder im NPUO. Für einen Zeitraum von 20 Tagen liegen für das Männchen Nr. 8 Nachweise über die Vergesellschaftung (Paarungsaktivitäten) mit insgesamt 6 Weibchen (1×3 w, 3×1 w) vor, sowohl in Fledermauskästen als auch in Baumquartieren.

  • Wolz, I.: Fragmente im Kot der Wasserfledermaus (Myotis daubentonii) Abbild des Beuteerwerbs von der Wasseroberfläche

    Abstract

    Fragments in the faeces of Daubenton’s bats (Myotis daubentonii) reveal the foraging strategy as trawling bat

    Faeces of Daubenton’s bat (Myotis daubentonii) were collected from colonies roosting in nest boxes in the woodlands around Kohlberg (Bavaria). Analyses reveal prey belonging to 18 arthropod orders (classes Insecta, Arachnida and Myriopoda). Bats catch prey by aerial hawking above the water or directly from water surface (trawling bats). Little midges of Chironomidae formed the main prey of most of all examined bats. 90 % of 380 tested faecal pellets included fragments of prey that had evidently been obtained from the water surface.

    Characteristic structures at the chironomid pupal exuviae allow specification to genus level. These structures, demonstrated by pictures, are typical for the faeces of trawling bats.

    Zusammenfassung

    Die Analyse von 380 Kotpellets der Wasserfledermaus (Myotis daubentonii) aus der Umgebung der Stadt Kohlberg in der Oberpfalz (Bayern) ergab ein breites Beutespektrum aus 18 Arthropodenordnungen der drei Klassen Insecta, Arachnida und Myriopoda. In allen untersuchten Kotkrümeln wurden Zuckmücken (Chironomidae) nachgewiesen, die in 83,9 % der Pellets die Hauptbeute stellten. Nach den Puppen dieser Mücken (zweitwichtigste Beute) bildeten die Wanzen eine weitere wichtige Beutetiergruppe.

    Die an den Tergiten im Abdomen vieler Mückenpuppen sitzenden, in charakteristischer Weise bedornten Anhänge, erwiesen sich aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit als „Zeiger-Bruchstücke“ für die Kotproben „fischender“ Fledermäuse. Dazu wird eine Reihe weiterer Fragmente durch Fotos vorgestellt, die typisch für den Kot von Wasserfledermäusen sind.

  • Richter, I.: Erste Besiedlung eines Fledermauskastens durch eine Wochenstubengesellschaft der Nordfledermaus, Eptesicus nilssonii (Keyserling & Blasius, 1839), in Brandenburg

    Abstract

    First finding of a nursery colony of Northern bats, Eptesicus nilssonii (Keyserling & Blasius, 1839), in a bat box in Brandenburg

    During the monitoring of bat boxes in a large area in the district of Teltow-Fläming in Brandenburg during the years 2009 to 2012, northern bats (Eptesicus nilssonii) were also found. The first finding of a nursery roost in a bat box is described in detail and discussed.

    Zusammenfassung

    Im Rahmen eines großflächig angelegten Fledermauskasten-Monitorings wurden im Landkreis Teltow-Fläming im Land Brandenburg 2009-2012 Nordfledermäuse (Eptesicus nilssonii) angetroffen. Die erstmalige Feststellung eines Wochenstubenquartiers in einem Fledermauskasten wird ausführlich beschrieben und diskutiert.

  • Berg, J.: Reproduktion des Kleinabendseglers, Nyctalus leisleri (Kuhl, 1817), unter dem Dach eines Gebäudes in der Dübener Heide (Sachsen-Anhalt)

    Abstract

    Nursery roost of Leisler’s bats, Nyctalus leisleri (Kuhl, 1817), under the roof of a building in Dübener Heide (Saxony-Anhalt)

    Distribution pattern and habitats of Leisler’s bats (Nyctalus leisleri) in the district Wittenberg/Saxony-Anhalt are described. The first finding of a nursery roost of this species was found on 21.08.2011 under the roof of a weekend residence at Schinkensee in Dübener Heide, approximately 3.5 km southeast of Kemberg. The nursery roost in the roof panel of the house is described. The roof consists of metal plates coated with granulate. This Decra® “Classic” roof panelling seems to offer favourable conditions for bats.

    Zusammenfassung

    Verbreitung und Lebensräume des Kleinabendseglers (Nyctalus leisleri) im Kreis Wittenberg / Sachsen-Anhalt werden beurteilt. Am 21.08.2011 gelang der Erstnachweis einer Wochenstube dieser Art unter dem Dach eines Wochenendhauses am Schinkensee in der Dübener Heide, etwa 3,5 km südöstlich von Kemberg. Das Reproduktionsquartier in der Dachhaut des Wohnhauses wird beschrieben. Die Dacheindeckung besteht aus Metalldachplatten, die mit Granulat beschichtet sind. Dieses Dach-Eindeckungssystem, mit der Bezeichnung Decra®-Dachsystem „Classic“, bietet offensichtlich günstige Bedingungen für die Besiedlung durch Fledermäuse.

  • Haensel, J.; Ittermann, L. & Rentzsch, K.: Wochenstubenquartier der Zweifarbfledermaus (Vespertilio murinus) im südlichen Brandenburg – ergänzende Ergebnisse nach sechsjährigen Kontrollen

    Abstract

    Nursery roost of the Parti-coloured bat (Vespertilio murinus) in southern Brandenburg – additional results of a 6-year inventory

    The large nursery colony of the Parti-coloured bat (Vespertilio murinus) in Gröden (South-Brandenburg) has shown to be stable between the years 2007 to 2012. The quantitative inventory, started in 2007, becomes increasingly difficult since the bats leave the roost at different places, such as opening in the apex, holes in the panel, covering of the chimney. Data on the onset of the roost use (end of April until mid-May), on the activities of reproduction, and on the dispersal from the roost (until mid-August) were gathered. The onset of births varies considerably between the years (difference of up to 2-3 weeks are possible), mainly due to different weather conditions. New data confirm that females reach sexual maturity in their first year of life and this probably for all of them since all 16 recaptured one-year-old females were already reproducing.

    Zusammenfassung

    Die individuenreiche Wochenstubengesellschaft der Zweifarbfledermaus (Vespertilio murinus) in Gröden (Süd-Brandenburg) hat sich von 2007-2012 als stabiles Vorkommen herausgestellt. Die 2007 begonnene quantitative Erfassung ist in den letzten beiden Jahren schwieriger geworden, da die Tiere z. Z. an mehreren Stellen (Öffnungen im First, schadhafte Stellen in der Dachhaut, Blechabdeckung des Schornsteins) den Dachraum verlassen. Es konnten Informationen zum Beginn der Quartierbesiedlung (Ende April bis nach Mitte Mai), zum Ablauf der Reproduktionsaktivitäten und zum Verlassen des Dachraums (bis nach Mitte August) gesammelt werden. Das Fortpflanzungsgeschehen variiert von Jahr zu Jahr beträchtlich (Unterschiede von 2-3 Wochen sind möglich), im Wesentlichen wohl eine Folge von Auswirkungen differenzierter Witterungsentwicklungen. Neue Daten bestätigen, dass die Geschlechtsreife der Weibchen im 1. Lebensjahr einsetzt, vermutlich hundertprozentig, denn alle (!) 16 wiedergefangenen einjährigen Weibchen hatten sich bereits am Reproduktionsgeschehen beteiligt.

  • Kurtze, W.: Zum Zustand der Breitflügelfledermaus, Eptesicus serotinus (Schreber, 1774), im Norden von Niedersachsen – Resultate nach 35 Jahren Bestandsaufnahme im Landkreis Stade*

    Abstract

    Population changes in the Serotine bats, Eptesicus serotinus (Schreber, 1774), in the northern part of Lower-Saxony – results of 35 years of monitoring in the district Stade

    The population of Eptesicus serotinus seems to be endangered. Probably since 1978 a continuous decline has to be noticed. Additionally the number of nursery colonies has decreased. The article postulates that the decrease is caused by the synanthrope habits of Serotine bats. Serotine bats live in urban regions and hence damages and accidents as well as infections by EBLV arise. More over thermal insulations of roofs reduce possibilities for nursery colonies. Damages by wind turbines reduce the population further on. Since these factors will retain also in future, we suggest to classify E. serotinus in the “Red Data Book” – index “2”.

    Zusammenfassung

    Viele Daten zeigen, dass im Landkreis Stade (Nordniedersachsen) Breitflügelfledermäuse (Eptesicus serotinus) seit 1978 in ihrem Bestand stark abgenommen haben. Im Freiland werden deutlich weniger Tiere registriert. Die Anzahl der Wochenstuben ist drastisch eingebrochen. Die Bestände der wenigen Wochenstuben stagnieren oder nehmen stark ab. Als Gründe für die erheblichen Einbußen werden Faktoren angenommen, die mit dem synanthropen Verhalten der Art zusammenhängen. Die urbane Angepasstheit lässt viele Verletzungen der Tiere (Haustierbisse, Prellungen, Flughautverletzungen) entstehen, auch die Infektion der Bestände mit EBLV kann damit in Verbindung gebracht werden. Durch die starken Isolierungen und Ausbauten der Dachgeschosse fehlen Hangplätze besonders für Wochenstuben. Die Monotonisierung der Stadtlandschaft und der enorme Rückgang naturnaher Areale im städtischen Raum reduzieren die Individuenzahl, und es finden sich immer weniger geeignete Habitate. Erhebliche Verluste durch Windkraftanlagen sind ebenfalls anzunehmen. Die vielen antibiotisch wirkenden Faktoren lassen den Schluss zu, dass E. serotinus innerhalb der „Roten Liste“ zumindest in die Kategorie 2 (stark gefährdet) aufzunehmen ist. Der Eingliederung der Breitflügelfledermaus unter „V“ (Vorwarnliste) in die bundesweite „Rote Liste“ kann nicht ansatzweise zugestimmt werden.

  • Michaelsen, T. Chr.; Olsen, R. & Dyb, A.: A puppy German Shepherd Dog trained to find bat roosts

    Abstract

    In this note we report on a puppy German Shepherd Dog rained to find roosts of the bat soprano pipistrelle (Pipistrellus pygmaeus). The dog was trained on scent from bat feces only. Even thought the dog was denied the additional clue found around roosts such as the smell from bats themselves, urine drops and audible social call from bats, the dog was quite successful in experimental trials. The dog also identified real roosts when still a puppy. Our results show that in some situations dogs could be successfully when conventional methods such as radio telemetry would fail or be too time demanding.

    Zusammenfassung

    Junger Deutscher Schäferhund mit der Zielsetzung trainiert, um im Freiland Fledermausquartiere zu finden

    In dieser Arbeit berichten wir von einem jungen Deutschen Schäferhund, der darauf trainiert ist, Quartiere der Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus) zu finden. Der Hund wurde speziell darauf trainiert, den Geruch von Fledermauskot zu erkennen. Der Hund erkannte aber auch noch andere typische Anhaltspunkte, die um ein Fledermausquartier zu finden sind, den Geruch der Fledermäuse selbst, Urinspuren und hörbare Sozialrufe von Fledermäusen. Der Hund identifizierte bereits solche Quartiere, als er noch ein Jungtier war. Unsere Ergebnisse zeigen, dass Hunde unter bestimmten Voraussetzungen sehr erfolgreich sein können, wenn konventionelle Methoden, wie die Radio-Telemetrie, versagen oder einen zu großen Zeitaufwand beanspruchen.

  • Fritze, M.; Pham, T. L. H.. & Zaspel, I.: Effekt des Bodenbakteriums Pseudomonas veronii-like PAZ1 auf das Wachstum des White-Nose Erregers Geomyces destructans in Antagonisten-Tests

    Abstract

    Effect of the soil bacterium Pseudomonas veronii-like PAZ1 on the growth of the White-Nose pathogen Geomyces destructans in antagonistic tests

    For the first time, the interaction between soil bacteria such as Pseudomonas and the in Germany isolated soil fungus Geomyces destructans (Gd) has been investigated. In-vitro antagonistic tests on several agar culture media and at different pH values (from 3.5 to 8.5) indicated clearly an inhibition of Gd growth caused by Pseudomonas veronii-like PAZ1. In antagonist tests on mPDA agar culture medium, the bacterium PAZ1 inhibits totally the growth of G. destructans.

    Zusammenfassung

    Die Wechselwirkung zwischen einem Bodenbakterium aus der Gattung Pseudomonas und dem in Deutschland isolierten Bodenpilz Geomyces destructans (Gd) wurden zum ersten Mal in-vitro untersucht. Es wurde eine deutliche Hemmwirkung des Stammes Pseudomonas veroniilike PAZ1 auf das Wachstum des Pilzes G. destructans auf verschiedenen Agar-Medien und bei unterschiedlichen pH-Werten (3,5 bis 8,5) nachgewiesen. Auf modifizierten PDA-Medien unterbindet das Bakterium PAZ1 das Pilzwachstum vollständig.

  • Holozäne Nymphenfledermäuse (Myotis alcathoe von Helversen & Heller, 2001) aus Höhlen im Hochsauerland, Westfalen

    Abstract

    Holocene Alcathoe bats (Myotis alcathoe von Helversen & Heller, 2001) from caves in the ‚Sauerland’, Northrhine-Westfalia

    Among 80 skulls of extant whiskered bats (Myotis spec.) collected in Northrhine-Westfalia (Germany) no Myotis alcathoe was found. But holocene skeletal remains from three limestone caves in the Sauerland, Northrhine-Westfalia contained M. alcathoe. Out of 431 bats from the cave “Ziegentempel” near Brilon (County Hochsauerlandkreis) at least 19 specimens belonged to M. alcathoe while M. bechsteinii was the dominant species with 162 specimens. The coincidence of these two typical forest-dwelling bats as well as the question, whether M. alcathoe is still present in Westfalia are discussed. New and already published features for identifying alcathoe-skulls from similar species are presented as well as relevant measurements of skull and teeth of this species and M. mystacinus.

    Zusammenfassung

    In rezentem Sammlungsmaterial von 80 Bartfledermäusen (Myotis spec.), fast ausschließlich aus Nordrhein-Westfalen (NRW), ließ sich keine Nymphenfledermaus (Myotis alcathoe) nachweisen. Dagegen gehört zu holozänen Knochenresten von Fledermäusen aus drei Höhlen im Hochsauerlandkreis auch diese Art. Allein im „Ziegentempel“ bei Brilon-Rösenbeck fanden sich in der Aufsammlung mit Fragmenten von 431 Fledermäusen 19 Exemplare der Nymphenfledermaus. Diese Stichprobe zeichnet sich zusätzlich durch die Dominanz der Bechsteinfledermaus (M. bechsteinii) mit 162 Ex. aus. Die gleichzeitige Häufigkeit der beiden typischen Waldarten ebenso wie die Frage, ob die Nymphenfledermaus auch heute in NRW lebt, wird diskutiert. Neue und bereits bekannte Artmerkmale des Schädels der Nymphenfledermaus und eine Übersicht wichtiger Schädelmaße werden zusammengestellt. Bei Berücksichtigung mehrerer Kennzeichen ist eine Bestimmung auch von Schädelfragmenten möglich.

Inhaltsverzeichnis

Nachruf

Diehl, A., & Schorr , M.: Zum Gedenken an Dr. rer. nat. Karl Schorr (30.10.1936–11.08.20121)

Kleine Mitteilungen

Driechciarz, R. u. E.: Jahresberichte zur Pflege von Fledermaus-Findlingen im Zoologischen Garten Magdeburg – 2011

Driechciarz, R. u. E.: Beobachtungen zum Lernverhalten von Breitflügelfledermäusen (Eptesicus serotinus).

 

Fledermaus-Porträt Nr. 7

Schöner, C. R., Schöner, M. G.: Hardwicke-Wollfledermaus, Kerivoula hardwickii (Horsfield, 1824)

Referate

 

Wissenschaftlicher Beirat

Dr. Christian Dietz / Horb
Prof. Dr.
Jorge A. Encarnação, Gießen
Christiane Funkel / Stolberg (Harz)
Dr.
Christine Harbusch / Perl-Kesslingen
Dr.
Heinz Hiebsch / Dresden
Prof. Dr.
Erwin Kulzer / Tübingen
Bernd Ohlendorf / Stolberg (Harz)
Dr. G
ötz Ruempler / Bremen
Prof. Dr.
Reinald Skiba / Wuppertal
Manfred Weishaar / Gusterath