Band 10, Heft 3-4, Seite 250-254

Beck,A., & Schorcht, W.:Baumhöhlenquartiere des Kleinabendseglers (Nyctalus leisleri) in Südthüringen und der Nordschweiz
Verkaufspreis2,50 €
Beschreibung

Zusammenfassung

In Südthüringen und in der Nordschweiz wurden hauptsächlich mittels Radiotelemetrie 24 Quartiere des Kleinen Abendseglers (Nyctalus leisleri) in Wald- und Obstbäumen erfasst. Von den Baumhöhlen wurden insgesamt 10 als Wochenstubenquartiere, 2 als Paarungsquartiere, 1 als Winterschlafquartier genutzt.
In beiden Untersuchungsregionen wurden die meisten Quartiere in Buchen (Fagus sylvatica) festgestellt, obwohl durch die forstliche Bewirtschaftung Nadelbäume (Pinus sylvestris, Picea abies, Abies alba) dominieren.
Unter den entdeckten Quartieren zählen nur wenige zu den offensichtlichen, "klassischen" Spechthöhlen. Die Mehrzahl befand sich dagegen in schwer erkennbaren Baumhöhlen, die durch natürliche Fäulnisprozesse im Stammgabelbereich bzw. an abgebrochenen oder abgeschnittenen Ästen oder durch "Schälschäden" des Rothirsches (Cervus elaphus) entstanden sind.
Da viele Quartiere in Buchen gefunden wurden, könnte das Quartierangebot für den Kleinabendsegler verbessert werden, wenn statt der standortfremden Nadelbäume wieder die Buche, als natürlich dominierende Baumart in den beiden Regionen,von der Forstwirtschaft gefördert würde. Fichten mit "Schälschäden" haben eine ökologische Funktion und sollten deshalb nicht vorzeitig gefällt werden.

Abstract

Reproduction ascertainments of Leisler's bat (Nyctalus leisleri) for southern Thuringia and northern Switzerland

In two different regions of southern Thuringia and northern Switzerland 24 roosts (including ten nurseries, two mating roosts and one hibernation roost) of Leisler's bat (Nyctalus leisleri) were ascertained in cavities of forest and fruit trees mainly by way of radiotracking. In both regions of investigation the roosts were found above all in beech trees (Fagus sylvatica),although coniferous trees (Pinus sylvestris, Picea abies, Abies alba) predominate there on account of forestry.
The far greater part of the roosts discovered was in unobtrusive, hardly noticeable tree cavities arisen from natural processes of rotting in trunk bifurcations, from broken or cut off branches and from bark damage caused by the red deer (Cervus elaphus), as compared with the obvious "classical" woodpecker cavities.
The many roosts in beech trees allow the conclusion that the range of dwelling for the Leisler's bat might be enhanced if the beech as the naturally predominating tree speciesin both regions were favouredagain by the forestry, instead of the non site-specific coniferous trees.

Erscheinungsjahr:
2005
Sprache:
Deutsch
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