Band 10, Heft 3-4, Seite 233-241

Agirre-Mendi, P.T.: Distribución y estado del conocimiento sobre el Nóctulo pequeño, Nyctalus leisleri(Kuhl, 1817), en Espana
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Beschreibung

Zusammenfassung

Zur Verbreitung und zum aktuellen Wissensstand des Kleinabendseglers, Nyctalus leisleri (Kuhl, 1817), in Spanien

In Übereinstimmung mit den verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen gehören alle spanischen Populationen von Kleinabendseglern, Nyctalus leisleri (Kuhl, 1817), zur nominellen Unterart. Es handelt sich um eine in Spanien recht spät entdeckte Fledermausart (1980). Die Verbreitung des Kleinabendseglers in Spanien ist groß und diskontinuierlich. Die Art wird in gewissen Regionen im nördlichen Teil der Iberischen Halbinsel (Pais Vasco, Navarra und La Rioja), ebenso in Extremadura, Andalusien und auf den Kanarischen Inseln als häufig beschrieben, während sie in anderen Gebieten sehr selten ist. Auf den
Balearen ist ihr Vorkommen ungewiß. Das Verbreitungsmuster und die erwähnte relative Häufigkeit könnten Habitatfaktoren zuzuschreiben sein oder der Tatsache, daß die Untersuchungsarbeiten beschränkt und vom geographischen Gesichtspunkt sehr heterogen waren.

Auf der Iberischen Halbinsel und den Kanarischen Inseln wird der Kleinabendsegler von beinahe Meereshöhe bis auf 2100m NN angetroffen. Auf der Iberischen Halbinsel bewohnt er unregelmäßige orographische Gebiete mit dichter Bewaldung von Fagus sylvatica, Quercusfa ginea, Quercus pyrenaica, Quercus suber, Pinus sylvestris und Abies pinsapo. Auf den Kanarischen Inseln lebt er dagegen in subtropischen Regenwäldern (laurisilva), in Waldungen mit Pinus canariensis, aber auch in menschgeprägten ländlichen Gebieten und Hochgebirgsgegenden. In Spanien nützt der Kleinabendsegler als Quartier eher Höhlen in alten und großen Bäumen als Nistkästen insektenfressender Vögel und Gebäude.

Die Fortpflanzung des Kleinabendseglers konnte nur in Extremadura, Andalusien (im Juni) und auf den Kanarischen Inseln (im Mai) nachgewiesen werden. Paarungszeit sind die Monate August und September auf der Iberischen Halbinsel, September und Oktober auf den Kanarischen Inseln.

Auf den Kanarischen Inseln wurde der Kleinabendsegler auf der Jagd nach Lepidopteren (Noctuidae) beobachtet. Für Spanien gibt es keine Angaben über seine Nahrung.

Im Winterschlaf wurde nur ein Männchen in Katalonien gefunden. Auf der Iberischen Halbinsel ist der Kleinabendsegler von April bis Oktober aktiv, während er auf den Kanarischen Inseln in tiefen und mittleren Lagen winteraktiv ist.

In Andalusien und auf den Kanarischen Inseln ist das Verhältnis zwischen gefangenen Männchen und Weibchen mehr oder weniger ausgeglichen, und es gibt guten Grund zur Annahme, daß diese Populationen sedentär sind. Im Norden der Iberischen Halbinsel wurden im Frühling und Sommer aber viel mehr Männchen als Weibchen (18:1) gefangen, während im Herbst die Verhältniszahl der Weibchen deutlich zunimmt. Im Norden der Iberischen Halbinsel legte ein adultes Weibchen zudem eine Strecke von 1567,5km zurück, also von Spanien nach Deutschland und zurück nach Spanien. Diese Angaben genügen aber nicht, endgültige Schlußfolgerungen abzuleiten, aber vielleicht können die Weibchen aus Zentraleuropa zur Paarung nach Südwesten ziehen und im Frühling zur Geburt nach Norden zurückkehren, wie es in Griechenland und den Balkanstaaten geschieht.

In Spanien gibt es keine Feinde der Kleinabendsegler, und es gibt auch keine wissenschaftliche Untersuchung über die Bedrohungen, welche die spanischen Kleinabendseglerpopulationen berühren könnten. Demzufolge ist es nicht möglich, ihren Schutzstatus objektiv festzulegen. Nichtsdestotrotz scheint es angebracht, die Waldland Ökosysteme, ganzbesonders die alten und großen Bäume, zu schützen und zu erhalten, den Einsatz von Insektiziden zu vermeiden und den gesetzlichen Schutz der Art einzuhalten. Schließlich sind größere Forschungsanstrengungen erforderlich, um einige grundsätzliche Aspekte der Biologie und des Status des Kleinabendseglers in Spanien zu erhellen.

Summary

Distribution and actual State of knowledge of Leisler's bat, Nyctalus leisleri (Kuhl, 1817), in Spain

In conformity with the scientific knowledge available all Spanish populations of Leisler's bat, Nyctalus leisleri (Kuhl, 1817), belong to the nominal subspecies. This is a bat that was discovered in Spain only recently (1980). Distribution of Leisler's bat in Spain is wide and discontinuous. It is often found in certain regions in the north part of the Iberian Peninsula (Pais Vasco, Navarra and La Rioja), as well as in Extremadura, Andalusia and Canary Islands, while in other regions it is very rare or even absent (Galicia). On the Balearic Islands its presence is uncertain. The type of distribution and relative frequency described may be ascribed to habitat factors or to the fact that the research was limited and heterogeneous from a geographical point of view.

On the Iberian Peninsula and Canary Islands Leisler's bat is found from about sea level up to 2100m above sea level. On the Iberian Peninsula it inhabits irregular orographical areas, densely wooded with Fagus sylvatica, Quercus faginea, Quercus pyrenaica, Quercus suber, Pinus sylvestris and Abies pinsapo. However, on the Canary Islands it lives in subtropical rain forests (laurisilva), woodlands covered with Pinus canariensis, but also in man-made rural areas and high-mountain zones. In Spain Leisler's bat prefers as roost cavities in old and big trees rather than the brood boxes of insectivorous birds and buildings.

Reproduction of Leisler's bat has only been confirmed for Extremadura, Andalusia and Canary Islands (in May). The mating season is in August and September on the Iberian Peninsula, in September and October on the Canary Islands.

Leisler's bat has been observed hunting lepidoptera (Noctuidae) on the Canary Islands. There are no data about its food in Spain.

In hibernation only one male has been found in Catalonia. On the Iberian Peninsula Leisler's bat is in activity from April to October, while on the Canary Islands it is in winter activity in zones of low and medium altitude.

In Andalusia and on the Canary Islands the ratio between males and females captured is more or less balanced over the whole year, reason why it must be assumed that these populations are sedentary. However, in the north of the Iberian Peninsula considerably more males than fe males were caught (18:1), in spring and summer, while in autumn the number of females increases remarkably. Moreover, in the north of the Iberian Peninsula a female has covered a distance of 1567.5km, that is to say thepassage from Spain to Germany and back. These data are not suited to deduce any final conclusions, but it could possibly be that the females of Central Europe migrate to the south-west for mating and return to the north in spring for breeding, as is the case in Greece and in the Balkans. In Spain Leisler's bat has no predators. This may explain why there is not any scientific research of the threats that could affect the Spanish Leisler's bat populations. Hence, it is impossible to establish objectively their Status of conservation. Nevertheless, it is worthwhile protecting and preserving the woodland ecosystems, in particular the old and big trees, avoiding fumigations with insecticides and maintaining legislative protection of this species. To conclude it is indispensable to intensify research efforts with a view to disclosing some fundamental aspects as to the biology and Status of Leisler's bat in Spain.

Erscheinungsjahr:
2005
Sprache:
Spanisch
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